Jahreshauptversammlung des Vereins Freunde von Kanew e.V. am 05.05.2026
Es sind manchmal traurige Projekte, die der Verein „Freunde von Kanew“ anpacken muss, um Hilfe in der Ukraine zu leisten – und doch sind sie für die Menschen in dem vom Krieg gebeutelten Land immens wichtig.
So wurde in den vergangenen Monaten unter anderem eine Totenhalle – auch für im Krieg gefallene Soldaten – saniert. Das notwendige Material kam aus Viersen, finanziert aus Spendengeldern, ebenso die Organisation und Durchführung des Transports in die Ukraine.
Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins auf dem Gelände des VHTC wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig es den rund 150 Mitgliedern ist, da zu helfen, wo es am nötigsten ist.
Und die Listen des Bedarfs sind lang: Schulmöbel, Hygieneartikel, Medikamente, Atemschutzgeräte undundund.
Allein im Berichtszeitraum 2025 rollten neun Hilfstransporte nach Kanew, mehr als 128.000 Euro wurden in die Hand genommen.
Besonders teuer sind die besonders in den vergangenen Monaten so dringend benötigten Großgeräte: Notstromaggregate, Powerstationen, sogar die komplette Einrichtung einer gynäkologischen Praxis wurde verpackt und verschickt, außerdem gingen Rettungs-,Lösch- und Werkstattfahrzeuge in die Ukraine.
Das alles ist nur möglich, weil es viele Menschen gibt, die die Not erkennen und spenden – denn die sind neben einigen Zuschüssen die Haupteinnahmequelle des Vereins.
Dass die Dinge auch wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden, davon überzeugt sich der Vorstand immer wieder, lässt sich Fotos und Berichte schicken, seit Besuche vor Ort immer gefährlicher werden.
Bloß nicht nachlassen – das ist das Credo des Vereins, dessen Vorstand sich zum Teil neu aufgestellt, weil bisherige Vorstandsmitglieder ausgeschieden sind. Neu im Amt sind Klara Leiterer als 1. Vorsitzende (bisher 2. Vorsitzende), Heinzdieter -HD- Scholz, 2. Vorsitzender, Sabine Feyen, Schriftführerin und Darija Moskalenko, Beisitzerin.
Für die 1. Vorsitzende Klara Leiterer ist klar:
„Aufgeben ist keine Option! Solange die Menschen in Kanew unsere Hilfe brauchen, werden wir weitermachen. Und deshalb freue ich mich über die Verstärkung durch die neu gewählten Vorstandsmitglieder. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Vorstand ist die Grundlage unserer Arbeit und wird dadurch weiter gestärkt.“
Eine Spende auf das Konto
Freunde von Kanew e. V.
Sparkasse Krefeld
BIC: SPKRDE33XXX
IBAN: DE27 3205 0000 0059 3666 66
macht die Anschaffung der dringend benötigten Dinge auch weiterhin möglich – eine Spendenbescheinigung ist selbstverständlich, wenn die Adresse angegeben wird.
Hilferuf aus Kanew
27.01.2026
Es ist kalt in Kanew – an manchen Tagen sinken die Temperaturen auf Minusgrade im zweistelligen Bereich.
Nicht schlimm, wenn die Heizung läuft, die Badewanne voll mit heißem Wasser ist, Kuscheldecke und heißer Tee am Sofa warten.
Doch so ist es nicht in der Ukraine.
Durch die permanenten russischen Angriffe sind nicht nur viele Gebäude zerstört, auch – oder gerade – die Energie-Infrastruktur liegt in Trümmern. Denn das ist der perfide Plan: Die Bevölkerung soll leiden – und frieren.
Licht, heißes Wasser, warme Räume gibt es oft nur für ein paar Stunden am Tag – oder eben gar nicht.
Und es ist erst Januar, der Winter noch lang.
Und so erreicht den Verein „Freunde von Kanew“ in diesen Tagen ein Hilferuf von Bürgermeister Igor Renkas:
„Liebe Freundinnen und Freunde“, schreibt er, „Kanew befindet sich in einer äußerst schwierigen humanitären Lage…es gibt große Probleme, die Bevölkerung mit grundlegenden Gütern zu versorgen und menschenwürdige Lebensbedingungen sicherzustellen.“
Die Menschen sind also in akuter Lebensgefahr, auch wenn gerade mal KEINE Raketen fallen.
Ganz dringend benötigt wird warme Winterkleidung für Erwachsene in allen Größen, aber auch die Ausstattung von Notunterkünften, damit wenigstens DIE im Falle eines langen und totalen Blackouts funktionieren:
Feldbetten, Matratzen, tragbare Ladestationen, Dieselgeneratoren – diese speziellen Hilfsmittel organisiert der Verein – ist dafür aber auf SIE angewiesen.
Sachspenden wie warme Kleidung können abgegeben werden im Lager der Freunde von Kanew e.V., Viersener Str. 74, 41751 Viersen dienstags und donnerstags von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung mit der stellvertretenden Vorsitzenden, Klara Leiterer, erreichbar unter 0160 8442815.
Für alles andere wären Geldspenden der richtige Weg – eine Spende auf das Konto
Freunde von Kanew e. V.
Sparkasse Krefeld
BIC: SPKRDE33XXX
IBAN: DE27 3205 0000 0059 3666 66
macht die Anschaffung der dringend benötigten Dinge möglich – eine Spendenbescheinigung ist selbstverständlich, wenn die Adresse angegeben wird.
In seinem Schreiben dankt Bürgermeister Renkas für die große Solidarität und Unterstützung, die der Verein, die SIE, bisher geleistet haben – und hofft zugleich, dass diese nicht abreißt.
Für Kanew und seine Menschen.
Seit über 30 Jahren unterstützt der Viersener Verein „Freunde von Kanew“ die Stadt in der Ukraine. Seit Ausbruch des Kriegs vor dreieinhalb Jahren ist die Hilfe noch viel dringender, aber auch gefährlicher geworden: Fast jeden Tag heulen die Sirenen, immer wieder gibt es Drohnen- und Raketenangriffe. Was die Helfer aus Viersen antreibt, welche Gefahren und Strapazen sie bei Hilfstransporten auf sich nehmen und was das für die Menschen in Kanew bedeutet: Sabine Feyen berichtet.
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Fahrt in die Ukraine
05.07.2025
Wie ein Atompilz türmt sich eine riesige Rauchwolke in nur wenigen hundert Metern Entfernung vor ihnen auf. Hilflos müssen Halyna Moskalenko, stellvertretende Bürgermeisterin von Kanew, und ihr Team zusehen, welche Schäden der Einschlag einer Rakete dicht neben der Autobahn verursacht. Sie selbst bleiben unverletzt – kommen heil mit ihrer kostbaren Fracht wieder in Kanew an. Diesmal.
Rückblick:
Es ist Sonntagmittag, in Viersen knallt die Sonne, es ist heiß.
Hochmotiviert klettern Feuerwehrchef Frank Kersbaum und der ehemalige Unternehmer Heinzdieter Scholz in die Führerhäuser zweier älterer Löschfahrzeuge. Zusammen mit einem nagelneuen Sprinter sollen die Fahrzeuge nach Lwiw überführt werden- 60 Kilometer hinter der ukrainischen Grenze. Dort übernimmt eine Crew aus Kanew die Fahrzeuge und bringt sie in ihre 650 Kilometer entfernte Heimat – SELBST nach Kanew zu fahren, ist zur Zeit zu gefährlich. Das Projekt wurde möglich, weil die Stadt Viersen, der Verein „Freunde von Kanew“ und ein privater Geldgeber unbürokratisch zusammengearbeitet und gespendet haben, dazu kam ein kräftiger Betrag aus Bundesmitteln.
Als es losgeht, liegen knapp 1500 Kilometer Fahrt vor den insgesamt sieben Teilnehmern der Fahrt.
Valerij Eske steuert ein viertes Fahrzeug, das die Truppe zurückbringen soll. Der städtische Mitarbeiter und Geschäftsführer des Vereins spricht ukrainisch, russisch, ein bisschen polnisch und hat sich schon im Vorfeld, wie schon häufig, um die Bürokratie eines solchen Unterfangens gekümmert: Zulassungspapiere, Ausfuhr- und Zollunterlagen, Reisepässe, alles muss stimmen, die Grenzer sind streng.
Die ersten Stunden verlaufen reibungslos – obwohl die Fahrt mit den Löschfahrzeugen mühsam ist: Klimaanlagen gibt es nicht – bei offenem Fenster ist es ohrenbetäubend laut.
Dann ein dicker Stau – Vollsperrung – die Zeit läuft davon.
Um Mitternacht – in Höhe der deutsch/polnischen Grenze wird eine Schlafpause eingelegt – vier Stunden gibt man sich: auf dem harten Boden der Fahrzeuge kein Spaß.
Doch die Strapazen nehmen die Helfer gerne auf sich:
Frank Kersbaum: „Wenn man einmal da war, die Not gesehen hat, weiß man, wie wichtig die Hilfe ist – und dass sie an der richtigen Stelle ankommt.“
Kanew liegt rund 140 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kiew. Schon lange geht es der Region schlecht. Die Grundversorgung mit Lebensmitteln ist zwar sichergestellt, doch es fehlt an vielem. Seit dem Angriffskrieg Russlands hat sich die Lage dramatisch verschärft: wichtige Infrastruktur ist zerstört, es fehlen Ersatzteile, Medikamente, alle möglichen Dinge des täglichen Lebens. Vieles geht an die Front, fehlt den Menschen vor Ort. Und das, obwohl sich die kleine Stadt auch noch um 4000 Flüchtlinge kümmert, die aus den Frontregionen hierher geflohen sind. Mit großem Engagement helfen die Viersener seit Jahren – in den letzten drei Jahren sind dutzende Hilfstransporte hierhergekommen – allein 13 dringend benötigte Fahrzeuge wurden überführt. Weil die Hilfsbereitschaft groß ist – auch diesmal.
Bei Sonnenaufgang geht es weiter. Dann kommt die polnisch-ukrainische Grenze. Jetzt heißt es warten, die ukrainischen Beamten machen es den Helfern schwer: hier fehlt ein Stempel, die Löschfahrzeuge müssen geröntgt werden, immer wieder neue Fragen und Anforderungen. Es wird schwer, geduldig zu bleiben – man will doch nur helfen.
Drei Stunden dauert die Prozedur, dann geht es endlich weiter.
Montagabend 20 Uhr – nach mehr als 30 Stunden kräftezehrender Fahrt endlich Ankunft in Lwiw. Es ist ein lauer Sommerabend in dieser wunderschönen Stadt, Straßen und Cafés sind voll, dabei hat es auch hier, im äußersten Westen des Landes, zwei Nächte zuvor Luftalarm und Einschläge gegeben. Doch die Menschen, weit weg von der Front, versuchen ihr Leben so normal wie möglich weiterzuleben.
Den verabredeten Parkplatz, wo der Konvoi über Nacht sicher stehen könnte, sucht man vergebens – was nun?
Valerij sucht eine Polizeistation und findet Hilfe. Reihum werden Feuerwehrstationen in der Umgebung abtelefoniert, schließlich erklärt sich eine Einheit bereit, die Fahrzeuge aufzunehmen. Mit Blaulicht gibt es Geleit durch die Stadt – die Fahrzeuge werden geparkt – endlich Feierabend – ab ins Hotel.
Am nächsten Morgen meldet sich die Delegation aus Kanew: um 5 Uhr ist man dort aufgebrochen, um 14 Uhr ist Treffen an den Fahrzeugen.
Das Aufeinandertreffen ist mehr als herzlich, auf beiden Seiten.
Für die einen ist es ein Wiedersehen, für andere ein Kennenlernen.
Die Fahrzeuge werden offiziell übergeben – Feuerwehrleute aus Kanew sind mitgekommen, ihnen wird genau erklärt, was wie funktioniert und gehandhabt werden muss.
Dann ist die Mission eigentlich offiziell erfüllt, doch die Kanewer wollen ihre Dankbarkeit zeigen: es geht in ein ukrainisches Restaurant, man isst, trinkt- die Anspannung fällt langsam ab.
Walentina Hrebeniuk, Vorsitzende des deutsch-Kanewer Vereins erzählt:
„Es tut so gut, mal einen Tag Frieden zu erleben, schlafen zu können, ohne Luftalarm. Wir sind mittlerweile Experten darin zu unterscheiden: kommen da Drohnen, Raketen, Artillerie – fliegen sie über uns hinweg oder schlagen sie gleich ein. Es ist der reinste Psychoterror.“
Die stellvertretende Bürgermeisterin pflichtet ihr bei:
„Früher trugen die Drohnen 50 Kilo Sprengstoff, heute sind es 90. Fallen sie in den Fluss Dnepr, haben wir Glück – fallen sie in den Wald, brechen riesige Feuer aus.“
Da werden die Löschfahrzeuge aus Viersen dringend gebraucht.
Am nächsten Morgen ist Aufbruch, für beide Teams:
Vor den Viersenern liegt wieder eine anstrengende Heimreise, die sie aber mit dem sicheren Gefühl antreten, das Richtige zu tun. Ute Feyen, Vorstandsmitglied „Freunde von Kanew“: „Ich war das erste Mal in der Ukraine und diese Erfahrung hat mir hautnah gezeigt, wie wichtig die Arbeit unseres Vereins ist.“
Für die Kanewer, deren Heimfahrt durch den Anschlag, dem sie knapp entkommen, zum Horrortrip wird, geht der Alptraum weiter, Tag für Tag.






















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Lokalzeit aus Düsseldorf 04.03.2022




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Viersen „Wieso leben Sie eigentlich noch?“ Diese Worte richtete ein Arzt in einem Kiewer Krankenhaus an Vadim Martinyuk. Der Ukrainer aus Viersens Partnerstadt Kanew wurde mit einem lebensbedrohlichen Aneurysma der Bauchschlagader in die Klinik eingeliefert. Hier konnte man ihm nicht weiterhelfen. Der Viersener Verein „Freunde von Kanew“ setzte daraufhin alle Hebel in Bewegung, um den Patienten in Deutschland medizinisch zu versorgen und sein Leben zu retten.
Insgesamt fünf Wochen dauerte sein Aufenthalt in Deutschland, davon zehn Tage im Krankenhaus. Den Rest der Zeit nahm ihn Hans Wilhelm Janissen von den „Freunden von Kanew“ auf.
Das Engagement des Vereins für die Menschen in der Viersener Partnerstadt in der Ukraine ist umfassend. Schon in den vergangenen Jahren wurden auf Betreiben des Vereins unzählige kranke Kinder und Jugendliche in Deutschland, vor allem auch im AKH Viersen, kostenfrei behandelt und operiert. Sehr viele Kanewer Menschen haben heute eine gute Lebensperspektive, weil sich der Verein intensiv für sie eingesetzt hat, zum Beispiel durch die ärztliche Betreuung vor Ort, den Bau einer Ambulanz, die personelle und finanzielle Unterstützung eines Rehabilitationszentrums, den Ausbau der Kinderstation im Krankenhaus sowie der Verwirklichung eines Ausbildungsprojektes für Schreiner.